Rundbiefe - Biologische Schutzgemeinschaft - Vereinigung für Natur- und Umweltschutz zu Göttingen e. V.

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Rundbiefe

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Rundbrief 2/2017

Liebe Mitglieder und FreundInnen der BSG!
Aus unserem Verein gibt es wieder viel Neues und Erfolgreiches zu berichten:

Windkraft Rittmarshausen im Vogelschutzgebiet V 19
Erfolg vorm Verwaltungsgericht endgültig gesichert: Nachdem die Klage des Windkraftbetreibers vor dem Verwaltungsgericht Göttingen im Winter gescheitert war und ein Berufungsverfahren nicht zugelassen wurde, legte der Kläger Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein. Auch die BSG als Beigeladene des Verfahrens hatte dadurch zusätzlich Arbeit und Kosten, wir mussten dem OVG durch unseren Anwalt die Sichtweise unseres Verbandes darlegen. Anfang September nun hat das Oberverwaltungsgericht die Beschwerde des Windkraftbetreibers verworfen, unser Verein hat die Kosten des Hauptsacheverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Göttingen zurückerstattet bekommen, die geplanten 5 Windräder dürfen definitiv nicht gebaut werden!

Wildbienenprojekt
Das Wildbienenprojekt entwickelt sich weiterhin gut, zahlreiche seltene Arten wurden auf den Flächen gefunden. Infolge spezieller Pflegemaßnahmen im letzten Winter, z. B. dem Freistellen von mehreren südexponierten Steinbruchwänden, wurde zusätzlich attraktiver Lebensraum geschaffen, der auch von verschiedenen Wildbienenarten angenommen wurde – die Bestimmung aller Arten ist noch nicht abgeschlossen. In den 4 Untersuchungsgebieten verliefen nicht alle Pflegemaßnahmen optimal – so wurde auf dem wertvollen Keuperhang am Einzelberg bei Groß Schneen im Sommer eine zu intensive Beweidung von der Tierhalterin durchgeführt, so dass über einen langen Zeitraum keinerlei Blütenhorizont mehr vorhanden war. Infolge unserer Interventionen haben uns Landschaftspflegeverband und untere Naturschutzbehörde zugesagt, das Beweidungsregime im kommenden Jahr abzuändern. Auch solche Korrekturen sind wichtige Ergebnisse unseres Wildbienenprojekts.

Rebhuhn
Mit der Einführung der "strukturreichen Blühstreifen" in ganz Niedersachsen müssen nun im Land möglichst viele Landwirte gewonnen werden, sich an dieser Agrarumweltmaßnahme zu beteiligen. Dazu berät die BSG (Werner Beeke und Eckhard Gottschalk) landesweit Akteure, die sich vor ihrer Haustür für den Rebhuhnschutz einsetzen. Dazu haben wir zahlreiche Kontakte geknüpft, Vorträge gehalten, potenzielle Projektgebiete besucht, Infomaterialien verteilt und vor allem die Akteure persönlich beraten. Der Beratungsbedarf ist erstaunlich hoch und unser Angebot wurde vielfach angenommen. Die umfangreichste Veranstaltung war eine Tagung bei der Naturschutzakademie in Schneverdingen, in Kooperation mit der Vogelschutzwarte, dem Game and Wildlife Conservation Trust und dem Landschaftspflegeverband Göttingen: "Rebhuhnschutz vor Ihrer Haustür". 87 Teilnehmer haben sich einen Tag lang zum Rebhuhnschutz informiert. Einige Regionen möchten nun auch mit einer systematischen Zählung ihrer Rebhuhnbestände beginnen.

Pilze
Ein völlig verregneter Sommer - es gibt kaum Schöneres für pilzkundlich Interessierte. Auch 2017 läuft das von BSG-Mitgliedern durchgeführte Pilz-Monitoring der sauren und basenreichen Magerrasen Göttingens weiter. Nachdem 2016 aufgrund langanhaltender sommerlicher Trockenperioden erst in den späten Herbstmonaten bemerkenswerte Funde wie der des faszinierenden Parasiten Squamanita contortipes auf dem "Hühnerfeld" gelangen, zeigt sich 2017 von seiner besten Seite. Zahlreiche extrem seltene Pilzarten konnten nachgewiesen werden, darunter der Weißliche Keulengallertpilz (Tremellodendropsis tuberosa) und die Bläulichbereifte Keule (Clavaria greletii), jeweils an Einzelberg und Ellershagen, Pflegeflächen der BSG. Beide Arten stehen in Deutschland in Kategorie 1 der Roten Liste (vom Aussterben bedroht), letztere ist ein Neunachweis für Niedersachsen und darüber hinaus eine vom BfN als "deutsche Verantwortungsart" ausgewählte Spezies. Am Einzelberg wurden im August darüber hinaus zwei sehr attraktive Saftlinge gefunden: Der Feuerschuppige Saftling (Hygrocybe intermedia), in Niedersachsen bis dato RL 0, und der Grüngelbliche Saftling (Hygrocybe citrinovirens), ein Neufund für Niedersachsen und laut IUCN global gefährdet. Mit 22 Saftlings-Arten ist der Einzelberg jetzt ein Wiesenpilz-Standort von internationaler Bedeutung. Bleibt zu erwähnen, dass dort bei einer Pilz-Exkursion der Juchtenkäfer oder Eremit (Osmoderma eremita) nachgewiesen werden konnte - eine streng geschützte, prioritäre FFH-Art und der erste Fund für den Göttinger Raum seit den 1990er Jahren (damals durch Reinhard Urner).

Beweidungsprojekt
In diesem Jahr beweiden 2 Herden die Flächen im Bratental und Umgebung. Die aus Schafen und Ziegen bestehenden Mischherden beweiden jeweils eine Koppel von einer Größe von 2500 - 5000 m² für etwa 1 - 3 Wochen. Die Koppeleinteilung bedeutet zwar Mehraufwand, verspricht jedoch enorme Vorteile. Auf dem zu beweidenden Flächenabschnitt - der Koppel - findet innerhalb eines kurzen
Zeitraums eine intensive Beweidung statt. Nach dieser Beweidung finden auf diesem Flächenabschnitt für mindestens 10 Wochen keine Fraß- und Trittaktivitäten statt. Die zuvor kahl gefressene Weide erholt sich innerhalb weniger Wochen und wandelt sich in eine blühende Landschaft zurück. Im Gegensatz zu einer ganzflächigen Beweidung, bei der Fraßaktivitäten in einem relativ langen Zeitraum stattfinden, bleibt bei der Koppelbeweidung die Mehrheit der blühenden Kräuter auf der Gesamtfläche erhalten, bzw. wächst nach. Den Insekten stehen somit genügend Ausweichmöglichkeiten an blühenden Pflanzen zur Verfügung.
Durch den stetigen Wechsel der Flächen besteht auch ein geringeres Risiko zur Bildung von Endoparasiten bei den Herdentieren. Aus diesem Grund kann auf eine prophylaktische Wurmkur verzichtet werden. Dadurch ist die Losung der Tiere später auch für Pilze zugänglich.
Auch in diesem Jahr dokumentieren wir das Beweidungsprojekt und veröffentlichen dies zu Beginn des neuen Jahres auf unserer Homepage.

Pflegeeinsätze
Wir freuen uns, dass die vergangenen Pflegeeinsätze wieder gut besucht wurden. Aufgrund der Anzahl und Motivation der Teilnehmer konnten die betreuten Biotope dieses Jahr in einen sehr guten Zustand gebracht werden. Als Dank gab es neben dem bekannten 2. Frühstück auch hin und wieder eine kulinarische Besonderheit wie Grillen oder einen frisch zubereiteten original ungarischen Gulasch.
Neuerdings hat unser Mitglied Ching-Yen eine Facebookseite gestartet. Neben den aktuellen Terminen findet man hier auch exklusiv aktuelle Bilder von den Pflegeeinsätzen.
Wir heißen Jung und Alt willkommen und freuen uns auf immer wiederkehrende wie auch neue Gesichter und möchten uns nochmal bei allen aktiven Teilnehmern bedanken.

Wir freuen uns auf rege Teilnahme an allen unseren Veranstaltungen!
Mit freundlichen Grüßen für den Vorstand
Waltraud Gradmann



Rundbrief 1/2017

Liebe Mitglieder und Freunde der BSG,                       
auf unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung im Januar konnten wir über viele gelungene Aktivitäten berichten, die wir hier schwerpunktmäßig noch einmal vorstellen möchten. Besonders erfreulich ist die Erweiterung des Vorstandes um zwei neue Mitglieder, Friederike Siegel und Fionn Pape, beide Studierende im Masterstudiengang Biologie.
Wir laden mit unserem Sommerprogramm ein zu neuen Aktivitäten und wünschen uns viele interessierte Teilnehmer.

Wildbienenprojekt
Im Winterhalbjahr stand die Optimierung von Teilbereichen der vier für das Wildbienenprojekt ausgewählten Untersuchungsgebiete an. So wurden neben den gewöhnlichen Pflegemaßnahmen auf den Magerrasen in drei Gebieten Steinbrüche und Steilkanten von Beschattung befreit, einzelne Büsche und Bäume mussten dafür weichen. Außerdem wurden alte Lesesteinhaufen frei gestellt, einzelne Abbruchkanten geschaffen sowie in kleinflächigen Magerrasenbereichen der Grasfilz entfernt. All diese Maßnahmen dienten der Schaffung offener, sonniger Bereiche, die bevorzugte Bruthabitate der Wildbienen darstellen. In der jetzt anlaufenden Saison werden wir genau beobachten, inwieweit die seltenen Bienenarten die neu geschaffenen Strukturen annehmen. Auf jeden Fall werden sich auch andere Insekten, wärmeliebende Pflanzen sowie Zauneidechse und Schlingnatter über die zusätzlichen sonnenexponierten Bereiche freuen.

Beweidungsprojekt
Auch in diesem Jahr wird das Beweidungsprojekt im Bratental fortgeführt. Die Beweidung am Steinbruch findet nun in enger Absprache mit den Verantwortlichen des Wildbienenprojekts statt. Im Winterhalbjahr sind hier zwei südexponierte Felswände von Gebüschen freigestellt worden, um den Lebensraum für die Wildbienen zu verbessern. Schafe und Ziegen werden sicherlich ihr Bestes geben, damit diese Felswände zukünftig sonnenbeschienen bleiben.
Der Schaf- und Ziegenbestand hat sich in diesem Jahr verdoppelt, so dass nun mit zwei Herden beweidet werden kann. Eingesetzt werden neben Deutschen Edelziegen auch zwei bedrohte Schafrassen wie Skudden und Coburger Füchse. Diese anspruchslosen und widerstandsfähigen Landschaftspfleger kommen mit den mageren Verhältnissen auf den Trockenrasen wunderbar zurecht. Die Ergebnisse können Sie unter: „beweidung.biologische-schutzgemeinschaft.de“ nachlesen.

Pilze
Seit 2005 kartieren Mitglieder der BSG und befreundete Aktive die Pilze im Raum Göttingen. Das besondere Augenmerk  liegt auf den Wiesenpilzen, insbesondere den stark bedrohten Vertretern der auch optisch sehr ansprechenden Saftlinge (Hygrocybe s.l.), Wiesenkorallen (Clavariaceae), Rötlinge (Entolomataceae), Erdzungen (Geoglossaceae) und anderer ökologisch nahestehender Gruppen. 30 Offenlandstandorte wie Magerrasen und mesophile Wiesen auf Kalk, Buntsandstein und Keuper und zwei Waldstandorte wurden untersucht und ein außerordentlicher Artenreichtum entdeckt: Fast 900 Pilz-Arten wurden bisher gefunden, etwa 350 davon sind nach der niedersächsischen Roten Liste gefährdet, viele davon auch bundesweit bedroht. Mehr als 20 Arten wurden für Niedersachsen erstmals nachgewiesen. Besondere Bedeutung hat der Nachweis des weltweit extrem seltenen Glattstieligen Schuppenwulstlings (Squamanita contortipes). 4 Flächen haben auf Grund ihrer Wiesenpilz-Vorkommen, insbesondere der Saftlinge, eine bundesweite Relevanz und sollten unbedingt geschützt werden. Die Funde werden derzeit im Rahmen einer großen Publikation zu Wiesenpilzen zuammengestellt. Die circa 350 Seiten umfassende Arbeit wird nach Fertigstellung als Sonderband der BSG-Schriftenreihe „Göttinger Naturkundliche Schriften“ (GNS) veröffentlicht.

Windkraft Rittmarshausen im Vogelschutzgebiet V 19
Großer Erfolg für den Naturschutz und die betroffene Bevölkerung: Das Verwaltungsgericht Göttingen hat sämtliche Anträge des Windkraftbetreibers abgewiesen, der gegenüber dem Landkreis die Aufstellung von 5 Windrädern im Gebiet durchsetzen wollte.
Im überfüllten Saal des Gerichts fand kurz vor Weihnachten eine spannende, mehrstündige Verhandlung statt, in der die BSG als Beigeladene durch ihren Anwalt sowie durch Eckhard Gottschalk als Sachverständigen entscheidenden Einfluss nehmen konnte. Das Gericht stellte fest, dass es sich bei dem zur Bebauung vorgesehenen „Loch“ im V 19 um ein faktisches Vogelschutzgebiet handelt, in dem zum Schutz des Rotmilans Windräder untersagt sind. Der Windkraftbetreiber muss der BSG nun auch die Anwaltskosten ersetzen, eine Berufung wurde nicht zugelassen – allerdings hat der Kläger dagegen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt. Die Sache ist also immer noch nicht ganz abgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen für den Vorstand
Waltraud Gradmann



Rundbrief 2/2016

Liebe Mitglieder und FreundInnen der BSG!
Mit großer Freude können wir von zwei neuen größeren Projekten berichten:

Wildbienenprojekt
Umfangreiches Artenschutzprojekt erfolgreich gestartet! Im späten Frühjahr konnten wir mit einem auf 3 Jahre angelegten Wildbienenprojekt beginnen, welches von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung als Hauptsponsor mit fast 30.000,- € gefördert wird. In vier verschiedenen Magerrasenkomplexen werden die Wildbienen-Gemeinschaften erfasst sowie Pflegemaßnahmen zur Optimierung der Lebensräume erprobt und durchgeführt. Begleitend zu diesen Tätigkeiten soll Öffentlichkeitsarbeit auf verschiedenen Ebenen gemacht werden, um die interessierte Bevölkerung auf die wenig bekannte, artenreiche und in ihrer Lebensweise hochinteressante Tiergruppe der Wildbienen aufmerksam zu machen. Der Wildbienenexperte Thomas Fechtler wird uns im neuen Jahr (09.02.17)im Rahmen eines Vortrags im GUNZ einen ersten Bericht über das Projekt geben. So viel sei schon verraten: Es wurden bereits extrem seltene und hoch spezialisierte Arten auf den Göttinger Magerrasen entdeckt, die teilweise noch nie zuvor in Südniedersachsen gefunden wurden. Das Projekt verspricht also schon jetzt Spannung und interessante Ergebnisse!

Rebhuhn
Ab dem Juli 2016 läuft bei der BSG ein neues niedersachsenweites Projekt: Qualifizierung von Akteuren zur Initiierung regionaler Rebhuhnschutzprojekte in Niedersachsen. Seit 2015 wurde für unser Bundesland der rebhuhngerechte Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme eingeführt (als "strukturreicher Blühstreifen"). Diese Maßnahme wurde von uns vorab im Rahmen unseres lokalen Rebhuhnschutzprojektes erfolgreich erprobt. Wir wollen nun Akteure an verschiedenen Orten in Niedersachsen finden und schulen, um dort vor ihrer Haustür Rebhuhnschutz zu etablieren: Wir vermitteln Kenntnisse zur Lebensweise und zum Schutz von Rebhühnern, wir informieren über die Agrarförderungsmöglichkeiten und leisten Hilfe bei der Erledigung der Formalitäten und bei der standardisierten Bestandserfassung im Spätwinter. Dafür sind die Diplom-Biologen Werner Beeke und Eckhard Gottschalk für die nächsten zwei Jahre jeweils mit einer halben Stelle bei der BSG angestellt. Die Fördermittel stammen von der EU, vom Land Niedersachsen, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der Hanseatischen Natur- und Umweltinitiative.

Flächennutzungsplan/Landschaftsplan Stadt Göttingen
Nach 40 Jahren Pause (!) stellt die Stadt Göttingen wieder einen sogenannten Flächennutzungsplan auf, d.h. sie legt die Standorte für Bauflächen in und um Göttingen für die nächsten 10-15 Jahre fest. Wir als BSG sind seit über einem Jahr kritischer Begleiter dieser Planungen im Rahmen unserer Stellungnahmen sowie der Mitarbeit in einem planungsbegleitenden Arbeitskreis und machen unseren Einfluss geltend, damit eine zusätzliche Bebauung nur in moderatem Umfang erfolgt unter Aussparung sensibler Bereiche für Natur und Umwelt. Zusätzlich setzen wir uns dafür ein, dass parallel ein fundierter Landschaftsplan aufgestellt wird, der positive Maßnahmen zur Aufwertung von Lebensräumen und zur Stützung seltener Arten im Raum Göttingen vorsieht. In dem auch für uns sehr aufwändigen, bisher internen Verfahren konnten wir einige Erfolge wie die Herausnahme besonders kritischer Flächen sowie Aufwertungen im Landschaftsplan erzielen. Auch nach der gerade erfolgten öffentlichen Auslegung von Flächennutzungsplan und Landschaftsplan werden wir die Sache weiter verfolgen, da immer noch einige für Natur und Umwelt sensible Flächen von Überbauung bedroht sind.

Beweidungsprojekt
Die Beweidung im Bratental verläuft äußerst positiv. Mittlerweile findet die zweite Beweidungsrunde statt. Diese ist auch dringend nötig, denn die im Frühjahr und Sommer verbissenen Gehölze und Stockausschläge sind wieder eifrig ausgetrieben. Beweidet wird u.a. der ehemalige Steinbruch, der in den Jahren zuvor von der BSG durch Pflegemaßnahmen entkusselt wurde. In Angriff genommen wurden auch zwei stark verbuschte Magerrasen, die nun in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Interessant dabei ist wie Ziege und Schaf beispielsweise beim Haselstrauch vorgehen. Neben dem allseits bekanntem Blattfraß, Verbiss der Jungtriebe und dem Schälen der Rinde, treten die Landschaftspfleger auch gerne die Ruten nieder, so dass auch ein drei Meter hoher Haselstrauch der konkurrenzschwächeren Vegetation weichen muss. Eine Dokumentation findet in den nächsten Monaten auf der Homepage des Beweidungsprojekts statt.

Windkraft Rittmarshausen im Vogelschutzgebiet V 19
Der Landkreis Göttingen hat die Baugenehmigung für die geplanten fünf Windkraftanlagen nicht erteilt, woraufhin TurboWind Energie GmbH Untätigkeitsklage gegen den Landkreis Göttingen erhoben hat. Für das Verfahren, das Ende des Jahres vor dem Verwaltungsgericht Göttingen verhandelt werden wird, erhielt die BSG die Zulassung zur Beiladung. Dank großzügiger Spenden können wir uns dort anwaltlich bestens vertreten lassen, um die Naturschutzbelange durchzusetzen. Damit war auch die komplette Akteneinsicht gegeben. Der Ausgang dieses Verfahrens wird entscheidende Aussagen zum Konflikt zwischen nachhaltiger Energiegewinnung und dem geltenden EU-Naturschutz-Recht erbringen.

Pflegeeinsätze
Zukünftig werden unsere Pflegeeinsätze wieder abwechselnd von vier Personen geleitet. Treffpunkt ist weiterhin 14tägig samstags um 9 Uhr am BSG-Büro. Von dort aus begeben wir uns dann zur Pflegefläche. Die neuen Pflegepaten sind Kai Cormann, Hans Günter Joger, David Singer und Fionn Pape. Leider sind in diesem Jahr einige treue Mitstreiter ausgeschieden, so dass wir uns über neue, aber auch wieder über altbekannte Gesichter freuen würden, die uns unterstützen.

Lassen Sie sich auch von unserem neuen Winterprogramm anregen, wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an unseren Veranstaltungen!

Mit freundlichen Grüßen für den Vorstand
Waltraud Gradmann
 
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