Rundbriefe - Biologische Schutzgemeinschaft - Vereinigung für Natur- und Umweltschutz zu Göttingen e. V.

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Rundbriefe

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Rundbrief 2/2018

Liebe Mitglieder und FreundInnen der BSG!       
Mit dem neuen Halbjahresprogramm erhalten Sie hier wieder aktuelle Berichte von einigen unserer Projekte. Lesen Sie Ergebnisse der bewährten Arbeitsgebiete der BSG und auch Nagelneues:

Arbeitskreis Wildbienen: Auftakt-Treffen
Am 24. Oktober um 19:30 Uhr trifft sich erstmalig der neue Arbeitskreis Wildbienen der Biologischen Schutzgemeinschaft im Seminarraum des GUNZ, Geiststraße 2. Eingeladen sind dazu Alle, die sich für die Vielfalt und den Schutz der heimischen Bienenfauna interessieren, eigene Anliegen oder Ideen einbringen und sich gemeinsam für den Schutz dieser wichtigen aber hochgradig gefährdeten Insektengruppe engagieren möchten.
Der AK Wildbienen ist zugleich die erste Regionalgruppe des seit 2017 bestehenden „Netzwerk Wildbienenschutz e.V.“: Diese entomologische Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, in Niedersachsen und darüber hinaus die Kenntnis der Anthophila zu fördern, praktische Maßnahmen zu ihrem Schutz zu entwickeln und umzusetzen, und nicht zuletzt die Freunde der Wildbienen unter- und miteinander zu vernetzen.  Luisa Stemmler (1. Vorsitzende des Netzwerks Wildbienenschutz), Thomas Fechtler (Biologe und Wildbienenexperte) und Hubertus Rölleke (Imker und Bienenpädagoge) werden beispielhafte verschiedene Wildbienenprojekte aus Naturschutz und Umweltbildung vorstellen.
Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Angebote und Aktivitäten in und um Göttingen/Südniedersachsen Sinn ergeben und wie sie im Rahmen eines Arbeitskreises unter dem Dach der BSG umgesetzt werden können. Zum Abschluss und zur Entspannung möchten wir einen kurzen Film zum Thema anschauen.

Rebhuhn
Das Rebhuhnschutzprojekt der BSG und der Abteilung Naturschutzbiologie der Uni Göttingen lief schon immer in enger Kooperation dieser beiden Partner. Im Moment liegen die Aktivitäten formal mehr bei der Universität. Da es ein Gemeinschaftsprojekt bleibt, berichten wir hier weiter über die aktuellen Entwicklungen: Im Rahmen des EU-Interreg-Projektes PARTRIDGE werden in 5 Regionen Westeuropas zehn Demonstrations-Gebiete zum Rebhuhnschutz eingerichtet und entsprechend aufgewertet. Außerdem gibt es zehn Referenzgebiete, die ohne Aufwertung bleiben. Diese Projektgebiete liegen in Schottland, England, Belgien, Niederlande - und vor den Toren Göttingens! Die Feldmark Geismar/Diemarden und die Gemarkung Nesselröden sind die aufgewerteten Demonstrations-Gebiete. Vielleicht sind Ihnen schon die großen Blühflächen bei Geismar aufgefallen, die so gut bei der Bevölkerung ankamen, dass viele Leute extra hingepilgert sind und Fotos gemacht haben.
Sie umfassen ca. 25 Hektar, zusätzlich wurde für die meisten Brachflächen (11 Hektar) eine späte Mahd vereinbart, um sie nicht zur Rebhuhnfalle werden zu lassen. Damit sind ca. 7% der Agrarfläche von Geismar/Diemarden für Rebhühner und weitere Arten der Feldflur aufgewertet. Einige Blühflächen wurden mit einheimischen Pflanzen (überwiegend Ruderalarten) angesät, um bessere Mitnahmeeffekte für die hiesigen Insekten zu erzielen. Ein Monitoringprogramm für Rebhühner, Brutvögel, Feldhasen und Insekten-Biomasse beschreibt die Effekte der Maßnahmen auf die biologische Vielfalt. Wir erwarten einen deutlichen Anstieg der Rebhuhnzahlen.  
Schauen Sie auch unter: http://northsearegion.eu/partridge.

Pilze
Das Regenjahr 2017 geht als vermutlich bestes Pilzjahr des letzten Jahrzehnts in die Geschichte ein − das Dürrejahr 2018 als das wohl magerste. Aufgrund der seit Monaten fast ausbleibenden Niederschläge sind die im Rahmen des Wiesenpilz-Projektes der BSG untersuchten Kalkmagerrasen und Magerweiden auf Buntsandstein der Region fast vollständig frei von Pilzfruchtkörpern. Das hat aber auch sein Gutes, bietet es doch Zeit & Gelegenheit, die überreichlichen Funde des letzten Jahres aufzuarbeiten und anhand mikroskopischer Merkmale zu bestimmen (hier leistet Hartwig Ehlert großartige Arbeit). Das Mikroskopieren ist zwar sehr aufwändig und manchmal auch mühselig, aber man kann sich durch die zum Teil wirklich sensationellen Ergebnisse auch immer wieder selbst belohnen: Mit den beiden Schlauchpilzen Trichoglossum walteri (Walters Haarzunge) und Thuemenidium atropurpureum (Schwarzrote Blassspor-Erdzunge) konnten zwei extrem seltene und bundesweit vom Aussterben bedrohte (RL 1) Wiesenpilze erstmals für den Landkreis nachgewiesen werden. Thuemenidium atropurpureum wurde erst zum zweiten Mal für Niedersachsen belegt, Trichoglossum walteri galt bis dato in Niedersachsen sogar als verschollen (RL 0). Insgesamt sind damit seit 2005 über 1000 Pilzarten im Rahmen des Projektes nachgewiesen worden. Da man sich in Zeiten großer Not auf den Besuch der oftmals vernachlässigten Feuchtlebensräume besinnt, können schlussendlich aber doch auch für 2018 mehrere äußerst bemerkenwerte Funde vermeldet werden: Im NSG Retlake gelang ein Nachweis des Sumpf-Bovist (Bovista paludosa) und im NSG Hühnerfeld ein Fund des Feuchtstellen-Stummelfuß-Rötling (Entoloma albotomentosum). Beide Arten sind ebenfalls bundesweit vom Aussterben bedroht und wurden erstmals für Niedersachsen belegt! Und dass es sich lohnt, auch bei den Pflegeeinsätzen der BSG nach Raritäten Ausschau zu halten, bewies unser Neumitglied Niklas Reichelt: Beim Einsatz im Quellsumpf Harste erspähte er den sehr seltenen Kegeligen Sumpf-Saftling (Hygrocybe conicopalustris). Der Fund wird natürlich in unsere Wiesenpilz-Publikation aufgenommen, deren Manuskript wir voraussichtlich bis Ende des Jahres fertigstellen werden.

Beweidungsprojekt
Erfreuliche Nachrichten gibt es für das Beweidungsprojekt zu vermelden. Nach einjähriger Beweidungsruhe auf den Flächen „Pfingstanger“ und „Am Bärenberg“ werden sie nun durch das Beweidungsprojekt betreut. Beide Flächen liegen west-südwestlich vom Feldbornberg zwischen Nikolausberg und Roringen. Der Pfingstanger, mit Vorkommen des Schmalblättrigen Leins, wird seit zehn Jahren von der BSG im Zuge von „Naturschutz praktisch" gepflegt. Leider ist die Population des Leins jedoch in den letzten zwei Jahren auf 10 Individuen zurückgegangen. Aus diesem Grund findet auf dieser Fläche nun auch ein neues Beweidungskonzept Anwendung.
Weiterhin wird auch auf den nun sechs Flächen im und am Bratental mit drei Mischherden zu etwa zehn Tieren beweidet, jeweils bestehend aus Schafen und Ziegen. Nach der Saison im Dezember können Sie auf unserer Homepage beweidung.biologische-schutzgemeinschaft.de einen Jahresrückblick lesen.
 

Mit freundlichen Grüßen für den Vorstand
Waltraud Gradmann
 

PS: Ein externer Hinweis
Kultur und Naturschutz
Fotoausstellung über Wasser „der See, die See, das Sehen“ im GDA Wohnstift, Charlottenburger Str. 19. Vernissage am 16. Oktober 19 Uhr mit einem auch kritischen Vortrag von Autor und Journalist Claus Peter Lieckfeld: Alles fließt … oder etwa nicht?
 
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